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Juan Mayoral – Mein Held von Rimini

Juan Mayoral hat sich gerade im Bühnenwettbewerb zum Helden von Rimini gemacht.

Es begann alles ganz normal. Er betrat zu seinem Auftritt wie gewohnt die Bühne. Was dann folgte, wird in die Geschichte der FISM und unserer Zauberzunft eingehen.

Zu stimmiger Musik erzählte er in gewählten Worten, dass er seine Zauberkräfte verloren hätte. Er liebe die Magie, er liebe es bei der FISM auf der Bühne zu stehen, aber er wünscht sich,  dass die Zauberei im Vordergrund steht und nicht eine Fernsehaufzeichnung. Er möchte nicht Teil einer TV-Kommerzialisierung sein. Er kommt gerne wieder, wenn die Zauberei in einem Theater stattfindet und nicht in einem Fernsehstudio.

Boah, krass – der Mann hat Rückrat!

Der Saal muss kurz schlucken und dann springen die Zuschauer auf. Es wird minutenlang applaudiert und „Bravo“ gerufen. Der Saal kocht! Seine Frau sitzt eine Reihe hinter mir, sie wird von unzähligen Magiern aus aller Welt umarmt und für den Mut und die Courage ihres Mannes beglückwünscht. Der Saal fängt an zu skandieren „Mayoral, Mayoral, Mayoral“. Es ist ein Gänsehaut-Moment. Wahnsinn…

Danke Juan.

Hier ein Video seines Auftritts bzw. der kompletten Rede:

English:

In the stage competition Juan Mayoral has just become my hero of Rimini.
Everything started out quite normally. He made his entrance on stage as usual. What then followed will go down in the history of the FISM and our magical guild..
To harmonious music he recounted in carefully chosen words that he had lost his magic powers. He loved magic, he loved appearing on stage at the FISM, but he wished that magic were more important than the television recording. He did not want to be part of TV-commercialisation. He would happily return when magic took place in a theatre and not in a television studio.
Wow, heavy – the man has got some backbone!
The audience has to swallow quickly then they all jump. He is applauded for a few minutes amongst calls of “Bravo.” The room is alight! His wife is sitting one row back from me being embraced by countless magicians from around the world and being congratulated for the pluck and courage shown by her husband. In the room the audience begins to chant “Mayoral, Mayoral, Mayoral.” It is a real goose-pimple moment. Amazing…
Thank you Juan.

16 Kommentare zu Juan Mayoral – Mein Held von Rimini

  1. Danke für das zeitnahe poasten !
    Jetzt ist es fast so, als wäre man bei Euch in Rimini dabei 😉

  2. Was bin ich froh dabei gewesen zu sein.
    Es ist soo wahr – ich bin gestern aus der Gala gegangen – nicht weil sie schlecht war – nein was ich gesehen habe war gut – aber ich hatte keinen Bock mehr auf die Monitore zu starren und einen schmerzenden Nacken zu haben.
    Meiner Meinung nach ging der minutenlange Applaus auch nicht gegen die Organisatoren, sondern gegen die Entwicklung der FISM.
    Kommerzialisierung

  3. Ludwig Gantner // 10. Juli 2015 um 11:57 //

    Weiß jemand etwas von den Hintergründen? Wollte er ernsthaft antreten oder war das von vornherein sein Plan?

  4. Sorry bin zu früh auf den abschicken Button geraten.

    Also:
    Kommerzialisierung ist halt nur für die gut, die das Geld verdienen. Die Kunst leidet.
    Ich danke Juan Majoral für diese Möglichkeit meine Stimme abgeben zu können. Es war ein tolles Gefühl zu merken, dass sehr viele der gleichen Meinung sind.

  5. Andreas Sucker // 10. Juli 2015 um 12:53 //

    Ich habe großen Respekt für Mayorals Entscheidung, aber nicht für die Euphorie derer, die es sich seit Tagen in den Sesseln bequem machen, Schlaf und Geld opfern, weil sie nicht genug von dem ganzen FISM Rummel bekommen können, und sich nun auf Kosten von Mayorales als Revoluzzer gebären wollen. Das riecht komisch.

  6. Chapeau …
    auf der anderen Seite wollen alle ins Fernsehen. Jeder ist stolz, wenn er mal die Möglichkeit hat sich im Fersehen zu präsentieren bzw ist es eine gute Referenz für viele Profis. Auch wünschen wir uns alle, dass die Zauberkunst ihr verstaubtes Image los wird. Denn wir wissen alle, keine Sau da draußen weiß, dass es Zaubermeisterschaften gibt. das ist eine Möglichkeit mal etwas populärer zu werden und sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Das hätte die selbstverliebte Zauberszene bitter nötig. Ich gehe mal davon aus, dass ohne dieser Fernsehaufzeichnung die Gelder für so einen Monster-Kongress gar nicht vorhanden wären. Da muss man sich dann eben entscheiden was man will. aber ich denke, dass keiner der Anwesenden undankbar ist, soviele tolle und bekannte Künstler auf einen Haufen zu sehen. Ich bin leider berufsbedingt nicht dabei, darum kann ich das auch nur von der Ferne beurteilen. Natürlich sollte die Zauberkunst auf keinen Fall das „Abfallprodukt“ des TVs sein. Aber ist es das? Gehört nicht beides zusammen? Das ist Showbusiness… Wer von den Profis sagt denn „Nein“, wenn eine Anfrage vom TV kommt? Ganz ehrlich? ich kenne bisher keinen.
    ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass bei jedem Kongress gemault wird, dass die mediale Präsenz so schlecht ist. Kaum wird das versucht zu ändern, wird gleich wieder genörgelt. Es gibt soooo viele Hammernummern und die sollten nicht nur wir Zauberfanatiker zu sehen bekommen. Da draußen gibt es ganz viele Menschen, die sich sehr darüber freuen und für viele Künstler ist eine große Chance auf weitere Engagements.

    • Es macht aber einen deutlichen Unterschied, ob ich vom TV angefragt werde, oder ob ich im FISM Wettbewerb auftreten möchte und das nur darf, wenn ich alle (TV)Rechte an diesem Auftritt abtrete und wenig Einfluß auf die Rahmenbedingungen habe.

  7. Hallo,

    interessant was da los ist. Scheint ja fast spannender zu sein das von zu Hause zu verfolgen. Mal schauen was daraus wird. Kunst oder Kommerz? Eine alte und immer wieder aufflammende Diskussion. Künstler oder Callboy – wir werden sehen wer sich für was entscheidet.

  8. Da stimme ich Chapeau zu 100% zu.

    „Wer von den Profis sagt denn „Nein“, wenn eine Anfrage vom TV kommt?“
    (Zitat Tricky)

    Von den GUTEN und erfahrenen Profis sagen mehr Nein als Ja!

    • Ich sehe das persönlich nicht so streng. Als Wettbewerbsteilnehmer muss ich mich immer gewissen Regeln unterwerfen. Das ist wie im Sport. Wenn ich damit nicht einverstanden bin, dann mache ich das was Juan gemacht hat. Und das ist völlig ok. Aber dieses kollektive Einschlagen in die gleiche Kerbe finde ich nicht ok. Es ist endlich mal die Chance unsere Zunft mit den besten der besten zu präsentieren. Ich kenne persönlich (und ich kenne doch einige) keinen Wettbewerbsteilnehmer, der nicht stolz wäre seinen Act im internationalen TV zu sehen. Dass das unentgeltlich passiert ist eine andere Diskussion. Finde ich auch nicht ok. Die ausgestrahlten Künstler sollten was bekommen. Ich verlange auch für jeden TV-Auftritt Geld … außer für Talk-Shows, die dann der eigenen Werbung dienen. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
      Und um Pierre zu antworten: Ich kenne sehr viele sehr gute Vollprofis, die nicht NEIN gesagt haben und genau darum auch so erfolgreich und bekannt geworden sind. Ohne Fernsehpräsenz ist es heutzutage sehr schwer ein breites Publikum anzusprechen bzw. Menschen ins Theater zu bringen. Das eine funktioniert mit dem Anderen. Es gehört zusammen. Das gilt für einen Paul Daniels, Juan Tamariz, Copperfield usw usw … ohne Fernsehpräsenz wären diese genialen Künstler nie so bekannt und erfolgreich geworden … darum finde ich die Möglichkeit, die diese TV-Aufzeichnung bietet für viele Künstler sicher sehr interessant. Zumindest ist das auch das Feedback von vielen Teilnehmern.
      Alle wünschen sich eine geile FISM mit tollen Künstlern, super Gala-Shows, professioneller Technik, kreative Side-Events … und und und. Das ist ohne seeeehr viel Geld nicht machbar. Geld, das aber genau durch so eine TV-Aufzeichnung hereinkommt und solch einen Event ermöglicht. Ich bin mir sicher, wenn all der mediale Aufwand nicht wäre, das Geld nur für so eine Gala wie in Blackpool (wo es ein Pfeifkonzert auf Grund des schrecklichen Niveaus gab – aber gute Künstler kosten eben Geld), der Kongress eben ein langweiliger 08/15 Kongress wäre, dann hätten auch wieder genau die gleichen Leute genörgelt. Die Herdentiere. Juan hat das für sich entschieden. Finde ich toll. Aber das er 10′ standing Ovation bekommt ist mehr als übertrieben und unüberlegt. Denn es kommt genau von denjenigen, die heim kommen und sagen: „Das war mal ein geiler Kongress. Habe die besten und die lebenden Legenden live erleben dürfen. Habe super Galas gesehen, toll gegessen und einen Hammer Wettbewerb bestaunen dürfen.“
      Und genau diese schönen Erinnerungen und Emotionen würde ich mir für jeden wünschen. Denn das sollte FISM sein.
      PS: Habe einen Ausschnitt von Pauls Reaktion gesehen. Ich bin da ganz bei ihm.

  9. Whow. Zunächst ziehe ich meinen Hut vor diesem individuellen Entschluß. Juan Mayoral hat sich damit wohl (vermutlich ohne es zu beabsichtigen) ein Denkmal gesetzt.
    Und gleichzeitig frage ich mich, ob der Jubel ebenso groß gewesen wäre, wenn der Kongress (trotz TV-Aufzeichnung) „the best fism ever“ geworden wäre. Der Verdacht liegt nahe, dass sich hier eine allgemeine Unzufriedenheit entladen hat, die mit der individuellen Entscheidung eines Einzelnen Künstlers nur wenig gemein hat.
    FISM ist ein „Weltkongress“, der meiner Ansicht nach nicht ausschließlich hinter verschlossene Türen gehört. Im Gegenteil; ich würde mich freuen, wenn es gelänge, die mediale Reichweite dieses Ereignisses mit TV-Hilfe zu erhöhen. Die besten Zauberer der Welt treffen sich um ihre allerbesten Zauberer zu küren. Gibt es eine bessere Gelegenheit, unsere wundervolle Zauberkunst ins mediale Rampenlicht zu bringen und damit Werbung für uns alle zu machen? Wie sonst wollen wir das verstaubte Image, mit dem wir uns alle ständig konfrontiert sehen ablegen?
    Ich ziehe meinen Hut vor der Entscheidung von Juan Mayoral. Ebens ziehe ich meinen Hut vor allen, die nicht gleich in spontanen schwarzweiss malenden Jubel verfallen sind, sondern die Medaille von beiden Seiten betrachten.
    Leider bin ich nicht in Rimini dabei, aber ich beneide und grüße Euch alle.

  10. Paramentalist // 10. Juli 2015 um 16:37 //

    Ich glaube auch, daß es nur die Spitze des Eisbergs ist, die sich hier entladen hat. Wer sich ein wenig in der Medienlandschaft auskennt – und das nicht erst seit ein paar Jahren -, der weiß, daß z.B. auch Tennis nie zu dem geworden wäre, wenn das Fernsehen durch seine Präsenz diese Form des Sports nicht nach „vorne gebracht“ hätte.
    Sicher kann man sich die Frage stellen, welchen Umfang eine solche „Vermarktung“ durch FISM haben sollte und dabei bewegt man sich auch auf einem schmalen Grat. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Deshalb würde ich das Ganze nicht grundsätzlich verdammen.
    Außerdem es ist doch auch bei anderen Übertragungen von Kulturereignissen, wie z.B. Theateraufführungen etc. immer noch etwas anderes, ob man live dabei war oder Realität aus „zweiter Hand“ bekommt – der Mehrwert liegt im dabei gewesen sein.

  11. Markus Lenzen // 11. Juli 2015 um 8:53 //

    Mir wäre es noch wichtig darauf hinzuweisen, dass es natürlich selbstverständlich ist, auch Zauberkunst nach außen zu präsentieren, inklusive dem Fernsehen. Nur hier darf Pressearbeit nicht mit Fernsehproduktion verwechselt werden. Ich habe kein internationales Fernsehteam gesehen. Vermutlich gibt es auch weltweit keine Fernsehbilder vom FISM Wettbewerb. Alle Rechte liegen bei Masters of Magic. Da liegt der entscheidende Unterschied. Teile Werden erst Ende des Jahres ausgestrahlt, wenn überhaupt. Das hat mit Pressearbeit rein gar nichts zu tun. Und wenn eine TV Produktionsfirma nun entscheidet, wer fürs Fernsehen geeignet ist, dann kann man sich gleich den Zirkus sparen.

  12. @ tricky
    „Ich kenne sehr viele sehr gute Vollprofis, die nicht NEIN gesagt haben und genau darum auch so erfolgreich und bekannt geworden sind.“

    Es kommt doch darauf an, WIE GENAU ein solcher Auftritt im Fernsehen aussieht. Ich habe erst vor wenigen Wochen einen ausführlichen Artikel darüber geschrieben. Da spielen so viele Faktoren eine Rolle. Wir sollten auch genau definieren, won welchen Sendungen wir hier sprechen.

    Aber nun mal konkret zu Ihrem Auftritt vor zwei Wochen in „Immer wieder Sonntags“. Bitte – ganz ehrlich: Waren Sie mit Ihrem Auftritt zufrieden? Sind Sie der Meinung, dieser Auftritt bedeutet Werbung für Sie?

  13. Torsten Rau // 23. Juli 2015 um 16:13 //

    Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass mediale Aufmerksamkeit, vor allem durch das TV sehr wünschenswert für unsere Zunkft ist. Dies aber natürlich nur, wenn die Zauberkunst im Fernsehen auch gut rüberkommt. Leider klappt es fast nie, dass sich Zauberkünstler und TV-Team an einen Tisch setzen um herauszubekommen, wie man das bestmögliche Resultat erzielt. Sicher haben wir keine Ahnung von der Inszenierung im Fernsehen, aber leider wissen die beim Fernsehen auch nicht, wie Zauberkunst funktioniert. Ergebnis ist meist eine Sendung, die keiner Sehen will. Was haben wir damit erreicht? Und wenn die Technik der Wettbewerbsteilnehmer aufgrund der LED-Rückwände auffliegt, hat das Fernsehen höchstens wieder eine Skandalsendung. Wollen wir das?

    • Hallo Thorsten,
      danke für dein Feedback.
      Meine persönliche Meinung dazu: Wir sollten uns einmal anschauen, was das TV aus dem Filmmaterial macht. Vor der Ausstrahlung können wir nur darüber spekulieren, was sinnlos ist.
      Dass eine Aufzeichnung von Qualität mit Einschränkungen verbunden ist, weiss jeder, der mit TV zu tun hat. Die Folge ist, dass viele Sendungen heute in Studio Atmosphäre aufgenommen werden bzw. in Scripted Reality Manier produziert wird. Wir bekommen dann Sendungen die von vorne bis hinten gefakt sind.
      Ich habe für die nächste Ausgabe des Aladin sehr viele Wettbewerbsteilnehmer befragt und persönliche Interviews geführt. Ebenso gibt es dazu auch eine Umfrage mit über 400 Fragebögen zu dem Thema.
      Masters of Magic hat in der Vergangenheit sehr gute Produktionen gesendet. Ich bin mit Prognosen etwas vorsichtig. Ausstrahlungstermin soll Jan / Feb 2016 sein.
      Im übrigen liegen mir Verträge im Original vor, die ein sehr klares Bild über die Vermarktung der Aufnahmen zeigen.

      Wenn Gimmmicks im TV zu sehen sind, liegt es auch daran, dass sich eine Zauberkunst entwickelt die nur noch unter Laborbedingungen funktioniert. Sobald das Fernsehen da ist oder man direkt davor sitzt (z.B. Close-up) sieht man Gimmicks. Ist es erstrebenswert, dass sich eine Zauberkunst entwickelt, die nur noch auf Distanz funktioniert. Da sind wir dann sehr nahe an den TV Aufzeichnungen eines Dynamos bzw. Chris Angel.
      Es gab allerdings auch Umstände, die schwierig und für Wettbewerbsteilnehmer nicht fair waren. Aber man muss die Sache sehr differenziert anschauen. Viele Vorführenden sind einfach auch den heutigen Anforderungen bei einer solchen Massenveranstaltung nicht gewachsen. Wer bei FISM mitmacht und fast 3.000 Zusehern gegenübersteht, muss TV in seine Überlegungen einbeziehen. Übertragung auf Leinwände gibt es daher schon seit vielen Jahren, sonst könnte man solchen Veranstaltungen gar nicht mehr folgen. Die wirklichen Profis sind damit auch professionell umgegangen. Mir haben allerdings ganz andere Sachen bei der FISM zu denken gegeben. Jedenfalls war und ist die Nachbearbeitung des Weltkongresses, die vielen Interviews und Gespräche mit wirklich Betroffenen unglaublich spannend.

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