News Ticker

Fazit: The best FISM 2015

Die Landschaft huscht vorbei. Ich sitze im Zug in Richtung Kufstein.

FISM 2015 ist Geschichte.

Auf der einen Seite wehmütige Gefühle, auf der anderen Seite bin ich froh, wieder ins normale Leben zurück zu kehren. Selbst vom Konsumenten wieder zum Vorführenden zu werden, neue Eindrücke setzen zu lassen, Inspirationen weiter verarbeiten.

Was waren nun meine Top 8 Highlights?

1) Treffen von wundervollen Zauberfreunden aus der ganzen Welt. Zauberfestivals sind wohl einmalig in dieser Hinsicht. Hier treffen Liebhaber der Zauberei, Anfänger, Amateure, Teilzeitprofis, Profis und Stars der Zauberkunst aufeinander. In ungezwungener Atmosphäre, ohne Berührungsängste. Wäre es vorstellbar ein Musikfestival zu besuchen, wo Kirchenchormitglieder Tisch an Tisch mit Stars aus der Musikbranche eine Woche verbringen? Wo man eine Woche von den Besten der Besten lernen kann? Ich kenne das so sonst nirgendwo.

2) Die gebuchten Stars waren durch die Bank renommierte Künstler der Spitzenklasse. Low Cost Produktionen suchte man vergeblich. Auch selbst zusammengestellte Galas mit eigenen Klubmitglieder wie in Blackpool, blieben einem erspart. Die Künstler waren FISM würdig.

Es gab auch neue Gesichter, die man so noch kaum je live gesehen hatte. . Auch wenn man sich von Franz Harary vielleicht mehr erwartet hat, er wurde gebucht und man konnte sich selbst einen Eindruck bilden.
Silvan noch einmal mit seinen Manipulationen zu sehen war berührend.

3) Verdienten Künstlern wurde ein Teppich ausgebreitet. Paul Daniels, Silvan, David Berglas, und andere bekamen in den Tea Times Gelegenheit etwas von Ihrer Erfahrung weiter zu geben.

4) Culture Lectures gab es das erste Mal am Kongress in Rimini. Auch wenn Sie teilweise schlecht besucht waren, gab es interessante Talks. Es war ein Beginn der wichtig ist für FISM. Ich werde darüber noch ausführlicher im Aladin berichten.

5) TV. Ja ich war sehr froh, dass es dieses FISM Team es geschafft hat die großartige Zauberkunst aus dem Getto in die Öffentlichkeit zu bringen.
Aus einem Insiderspecial wird eine Werbung für die Zauberkunst für Millionen von Zuschauern. Bei 2700 Zusehern kann man nicht allen einen guten Platz geben. TV Veranstaltungen sind mit Einschränkungen verbunden. Ich kann den Ärger verstehen, wenn man nicht direkt zur Bühne sehen konnte. Hier hätte der Veranstalter viel Ärger durch gute Kommunikation vermeiden können. Aber ich bin in Dresden beim FISM Kongress in der zweitletzten Reihe irgendwo unter dem Dach gesessen und hab ohne Fernglas nichts gesehen. Die TV Qualität der Bildschirme war damals schlecht im Vergleich zu Rimini.

Man hätte ohne TV die Situation verbessern können, aber ohne TV wäre so ein Kongress in dieser Art nicht möglich gewesen. Und vor allem werden Millionen von TV Zusehern die Shows sehen, vielleicht die Liebe zur Zauberei entdecken und auch uns zu gute kommen. Wir sollten auch nicht vergessen, dass in Italien eine Wirtschaftsflaute ist, dass es schwierig ist Sponsorgelder aufzutreiben. An diesem Kongress wird niemand reich.

6) White Dinner war eine Meisterleistung der Logistik und Planung. Unglaublich wie gut es geklappt hat,  so viele Menschen in zwei Durchgängen so perfekt freundlich zu bewirten. Dass es Wartezeiten zwischen der ersten und zweiten Gruppe gab lag hauptsächlich daran, dass viele einfach sitzen blieben und so das neu aufdecken verzögerten. Die Auswahl des Essens, die großzügige Bewirtung und der schöne Abend mit Musik war besonders.

7) Wie man einen eigenen Fehler  vom Negativen ins Positive umkehren kann, zeigte FISM Präsident Domenico Dante, der sich selbst parodierte und damit die Kritiker auf seine Seite zog.

8) Ein großes Dankeschön an Andreas Sucker und Erasmus Stein, mit denen ich gemeinsam den Blog gemacht habe. Er wird eine Dokumentation bleiben und vielen die Möglichkeit geben nachzulesen. Ich bitte um Verständnis, dass wir nicht alle Bemerkungen veröffentlicht haben, denn teilweise hatten sie mit dem Thema nichts zu tun.
Es hat aber gezeigt, dass die Magischen Zirkel von Deutschland und Österreich in Form Ihrer Zeitschriften konstruktiv und professionell zusammenarbeiten können.

Was waren die negativen Vorkommnisse?

1) Schlechte Kommunikation des Veranstalters mit dem Publikum:
Viele unangenehme Situationen hätten vermieden können werden, wenn man die Kongressbesucher besser informiert hätte. Niemand wusste Bescheid was geändert wurde, wie Sitzplätze gehandhabt werden, dass man Personalausweise braucht um Kopfhörer für Übersetzungen zu bekommen, usw. usw.

2) Für eine Gruppe, die hinter TV Türmen ihren Sitzplatz hatten, hätte der Veranstalter Lösungen finden müssen. Das war nicht akzeptabel.

3) Paul Daniels ist ein Hero von mir. Aber seine Publikumsschelte in der Gala war unpassend und eine Provokation. Er war schon zuvor mit Machosprüchen aufgefallen, wenn er Frauen dumm anmachte. Aber als Millionär und Stargast, der in der ersten Reihe sitzt und dem Publikum erklärt dass die Mitgliedschaft im Golfclub teurer ist und sie das nächste Mal daheimbleiben sollen, geht gar nicht. Für viele ist es ein großes Investment in Rimini zu sein. Wenn man dann hinter einer TV Säule sitzt und nur im Fernsehen die Show sieht und dafür 600 Euro zahlt, muss man sich provoziert fühlen.  Schade wenn man die Bodenhaftung verliert und zum grantigen  Mann wird. Max Maven hat gezeigt, wie man mit solchen Themen positiv umgehen kann.

4) Das Statement von Juan Mayoral fand ich unpassend. Alle Künstler haben professionell versucht mit der Situation umzugehen. Er hat hat die eigene Unfähigkeit flexibel zu reagieren dazu benutzt eine Demonstration zu veranstalten. Alle Künstler haben unter gewissen Umständen gelitten, das war nicht gut. Aber es entspricht einmal in vielen Fällen der Praxis. Ich weiß dass es unpopulär ist das so auszusprechen, aber es war unfair und unprofessionell, genau so wie Paul Daniels der die Zuschauer beschimpfte. Ihn zum Märtyrer aufzubauen ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg. Bevor man solche populistischen Maßnahmen setzt wäre es möglich gewesen geschlossen als Wettbewerbsteilnehmer mit der Jury Klartext zu sprechen. Aber offensichtlich konnten alle anderen damit besser umgehen.

 

Es waren 7 unglaubliche Tage. The best FISM 2015

 

11 Kommentare zu Fazit: The best FISM 2015

  1. Das mit Paul Daniels berührt mich. Ich frage mich, wieso ein über viele Jahrzehnte erfolgreicher Täuschungskünstler einen solch üblen Nachgeschmack hinterlässt?

    Man weiß, dass er schon immer sehr geschäftstüchtig war. Jeder, der ihn persönlich kennt, weiß auch, dass er recht launig werden kann.

    Glücklicherweise kenne ich es von großen Stars (nicht nur innerhalb unserer Szene) überwiegend so, dass sie im hohen Alter weise, bescheiden und dankbar erscheinen. Wenn sich aber im Alter die angenehmen Charakterzüge zum Negativen bewegen, dann sollte man nicht mehr auf die Bühne gehen und keine Mikrofon in die Hand nehmen. Wir wissen nicht, ob Paul Daniels krank ist. Aber wenn er es ist, dann hätte sein Umfeld dafür sorgen müssen (weil vorhersehbar), dass er nicht zum Publikum sprechen darf. Denn Paul Daniels ist eine Legende. Es kann nicht in seinem Sinne sein, dass dieser Ruf nun Kratzer bekommt. Sollte er völlig gesund sein, und seine Ausraster nicht aufgrund von Krankheiten herrufen, dann sollte er sich zutiefst schämen.

    Finanziell schwache Menschen, die lange für diesen Kongress gespart haben, wollen sicher nicht hören, wie teuer ein Golf-Club ist. Was soll dieser dumme Vergleich? Er war erfolgreicher Vollprofi und müsste wissen, wie solche Aussagen bei Zuschauern ankommen. Das muss sich kein Kongressbesucher bieten lassen und bringt schlechte Stimmung. So etwas haben die Menschen nicht verdient, die mit großem Aufwand nach Rimini kamen.

    Wenn jemand wie Paul Daniels die Bühne vermisst und nun daher frustet und zu gewissen Ausbrüchen neigt, sollte er besser zu Hause bleiben. Sich selber und dem Publikum zuliebe!

  2. Hallo Hanno,

    ganz herzlichen Dank für die tollen Berichte von Euch. Danke auch für die persönliche Berichterstattung der anderen Schreiberlinge. Hätte ich die Chance mir was zu wünschen, dann würde ich mir beim nächsten FISM-Blog eine Frau wünschen die mitschreibt. Das bringt eine zusätzliche Wirklichkeit mit rein.
    Zu Deinem Fazit in Punkt 1. Ich weiß du schaust gerne über den Tellerrand, bist weltoffen. Deswegen möchte ich noch anführen das es noch andere Szenen gibt die ähnlich offen sind wie die FISM. Die Jongleure schaffen es ebenfalls sich ungezwungen zu treffen. Bei den nationalen und internationalen Konventions trainiert auch der Weltmeister neben dem Anfänger oder der interessierte Zuschauer kann beim Training hinter die Kulissen schauen. Einen Unterschied gibt es – du kannst dir die Tricktechnik nicht einkaufen – was den Vorteil hat das die Händlermesse keinerlei Bedeutung hat und es meistens nicht mehr als 10 Stände gibt. Keule bleibt Keule und Schwerkraft bleibt Schwerkraft. Jeder ist gleich, den jeder verliert am Ende des Tages das Spiel die Schwerkraft auszutricksen. Ach ja, weil die Treffen meistens in Hallen stattfinden kann es sogar sein das Du mit dem Weltmeister duscht – das ist doch mal echte Nähe…ob ich das mit Paul Daniels wirklich wollen würde…naja mein Ding.
    Ach und dann fällt mir noch die Akrobatenszene ein – ein herrliches Gewusel auf Weichbodenmatten. Auch da übst du deinen Handstand während vor Dir der Goldmedaliengewinner von Monaco den Purzelbaum perfektioniert. Anschließend trifft man sich beim „Contact“ (offene Tanzform mit viel Kontakt) auf der Weichbodenmatte. Contact mit Zauberer würde ich gerne mal sehen.
    Und dann wäre da noch die Szene des Theaters. Ich habe viele Treffen erlebt wo Stars neben Sternchen saßen. Wo ausgetauscht, gelacht, kritisiert wurde. Vor allem im Bereich der Inklusion ist die Theaterszene ein Meilenstein. Hier kann sich die offene Welt der Magie noch etwas abschauen. In den letzten Jahren sind bei Theatertreffen die letzten Barrieren gefallen und Normalos werden in Stückbesprechungen von den Behinderten auf die Probe gestellt und natürlich auch andersrum.

    Nicht zu vergessen – die Clowns. Was ich bei Clownsconvention erlebt habe übertrifft in Sachen Lernen und Open Space alles was ich an Lernformen kenne.
    Und dann zu den Musikern. Da ich keiner bin, kenne ich diese Treffen nur als Normalo. Und doch habe ich auch da schon Sessions erlebt bei denen ich mir dachte: „Mensch da kann sich die Zauberszene was abschauen.“ Ein Freie Improvisieren von Star und Anfänger ist ein wundervoller Genuss. Der Profigitarrist nimmt den kleinen 14 jährigen Schlagzeuger mit auf die Rhythmusreise und beide scheinen miteinander zu verschmelzen. Wahrscheinlich so ähnlich wie der Moment wo Moritz Müller von David Williamson als Überraschungsgast auf die Bühne gezerrt wird. Das ist in der Magierszene die Ausnahme, bei Musikern scheint mit das eine Grundvoraussetzung zu sein. Den allein spielt es sich schlecht im Orchester.

    Mein Fazit:
    Zauberer-Treffen sind ein Teil der offenen Künstlerszenen. Zauberer haben kein Alleinstellungsmerkmal in Punkto ungezwungenes Treffen von Profis und Amateuren. Es scheint mir sogar so zu sein, das sich bei den Zauberer dort nur die Treffen, die sich den Eintritt leisten können. Was kostet die FISM und was kostet z.B. das europäische Jonglierconvention? Was kostet da jeweils vor Ort das Essen, die Getränke, das Hotel…
    Doch auch hier ist die Magiergilde mit den Nachwuchstreffen auf einem guten Weg. Jetzt noch familienfreundliche Preise und die Zauberszene wird wirklich zu einem Treffpunkt von König Hansalabim und Schmittchen Maier.
    Aber wollen das wirklich alle?

    Grüße

    Peter

    • Peter da hast du vollkommen Recht.
      Gerade in der Jonglageszene ist es vielleicht noch ausgeprägter, ist es noch weniger kommerzialisiert. Hier sind die Convention noch offener. Das liegt aber wohl auch daran, dass man bei einem Jongleur ein Grundwissen und -können voraussetzen kann. In der Zauberszene gibt es viel mehr „Konsumenten“. Das wirkt sich auch auf den Charakter einer Veranstaltung aus.
      Sorry ich hatte jetzt mehr die Musikszene im Auge, aber dein Einwand kann ich nur unterstreichen. Das gilt auch für Clowns oder Ballonartisten!
      Ich bedauere auch, dass wir keine Frau mit im Team hatten. Ich kann dir auch sagen, dass ich z.B. für den Aladin 14 Frauen persönlich angeschrieben habe und um eine Mitarbeit gebeten habe. Es wird bald auch mehr Aladin Autorinnen geben. Für den nächsten Blog, werden wir auch versuchen eine Kollegin zu bekommen. Macht auch mehr Spass als die finstere Miene von Erasmus und Andreas zu erdulden… 😉

  3. Paramentalist // 13. Juli 2015 um 11:56 //

    Als langjähriges Mitglied des Magic Circle London ist Paul Daniels für mich kein unbeschriebenes Blatt und damit auch sein Ausraster nichts überraschendes. Vielleicht hat er nicht immer solch große Bühne um unpassende Kommentare abzusetzen, vielleicht kennt man ihn auf dieser Seite des Kanals auch nicht so gut – aber wundern tut solch eine Bemerkung nicht.

    • Man soll so etwas kritisieren, aber auch nicht überbewerten. Auch ein Profi wie Paul Daniels ist manchmal ein Mensch. Er hat eben auch hinter der Bühne miterlebt, mit welchem Einsatz hier gearbeitet wird. Und er ist ein TV Mann und sieht die Dinge eben anders. Da kann man mal ausrasten. Er hatte auch keine Möglichkeit mehr wie Domenico Dante sich zu rehabilitieren, da er am nächsten Tag schon wieder abreisen musste. Er wird schon gemerkt haben, dass er daneben gegriffen hat. Not a lot, but….

      • Paramentalist // 13. Juli 2015 um 12:15 //

        Nunja man stelle sich vielleicht mal die Frage warum Ali Bongo seine Backgroundarbeit für PD beendet hat und warum PD bei der Wahl zum Präsidenten des Magic Circle unterlegen war. Das lag wohl nicht daran das ihm die Herzen/Stimmen Aller zugeflogen sind.

  4. @ Peter Leonhard
    „Was kostet die FISM und was kostet z.B. das europäische Jonglierconvention? Was kostet da jeweils vor Ort das Essen, die Getränke, das Hotel…?“

    Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Hobby/Amateur-Täuschungskünstler kommen oft aus ganz anderen Schichten unserer Gesellschaft als Hobby-Jongleure. Die allermeisten der erwähnten Hobby/Amateurjongleure kommen mit Rucksack und Zelt zur Jonglierconvention. Viele von ihnen sind aus alternativen Kreisen und prinzipiell anspruchslos und sind mit einem ganz anderen Catering zufriedenzustellen als die Leute aus unserem Metier.

    Diese Art von Amateurjongleuren sind oft solche, die auf irgendwelchen Straßenfesten für lächerliche Minigagen von 350.- Euro (oder noch weniger) rumturnen und mit ihren „Darbietungen“ die Zuschauer langweilen. Nachts schlafen sie im Zelt oder im alten VW-Bus. Aber sie schätzen sich und ihre Fähigkeiten in der Regel realistisch ein – im Gegensatz zu gewissen „Zauberern“.

    Auch wenn es niemand gerne hört und vermutlich einige ihre Giftpfeile auf mich schießen werden:
    In keiner anderen Szene als die in den „Zauberer“-Kreisen gibt es so viele Besserwisser, Amateure die sich für tolle Profis halten, soviel Selbstbeweihräucherung und Angeberei wie in den Reihen der „Zauberer“. Und Neider! Und Kopisten! Und, und, und! Für mich unerträglich. Jeder, der sich einen Trick kauft und den Selbstgänger vorführen kann, fühlt sich als Künstler. Das ist der große Unterschied zu den Hobbyjongleuren. Sie wissen ganz genau, dass – wenn sie in ihrer Anfangsphase sind – eigentlich noch nichts können (außer vielleicht mit drei Bällen „langsam“ jonglieren). Diese relistische Selbsteinschätzung fehlt vielen „Zauberern“…

  5. Etwas überspitzt ausgedrückt komme ich nun zu der Annahme, dass jeder zukünftige FISM Wettbewerber gut daran tut, seine Nummer von Beginn an TV tauglich zu gestalten.
    Ich finde, das widerspricht dem Wesen der Zauberkunst – das ist natürlich die CRUX – Zauberkunst funktioniert nur als live Erlebnis wirklich. Es ist zwar gut und wichtig, Medien zur Werbung zu nutzen, aber nur über den Bildschirm erlebtbleibt Zauberkunst flach und zweidimensional.

  6. Roland ChaPeau hat in meinen Augen völlig Recht.

    Nur wer Zauberkunst live erlebt, hat sie ERLEBT und nicht nur gesehen.

    Was das Fernsehen mit der Zauberkunst bisher angerichtet hat, sieht man doch in diesen vielen schrecklichen „Streetmagic“-Sendungen.

    Nur noch auf Tempo getrimmt, voller Fake (kennen wir auch schon von den Copperfield-Sendungen) ohne jedes „Erlebnis“.

    Ganz zu schweigen von der Aura, die ein guter Künstler ausstrahlt!

    Wenn Täuschungskunst zur Massenware wird, ist sie keine Kunst mehr und das „Gewisse Etwas“, was keine andere Sparte so nötig hat wie die Zauberkunst, bleibt dann völlig auf der Strecke!

    Es ist wie einem (guten) Circusprogramm: Nur wer im Circuszelt sitzt, hat die tolle Show erlebt, gefühlt und gerochen.

  7. Es geht hier aber nicht darum ob man Zauberei Live sehen soll oder lieber im TV.
    Es ging darum, dass die Vorführbedingungen der Bühne nicht schlecht waren und trotzdem ein einzelner Künstler daraus eine Demo machte. Wenn es wirklich so schlimm gewesen wäre, dann hätten sich die Wettbewerbsteilnehmer solidarisieren können und Änderungen durchsetzten. Aber es gab keine Solidarisierung, denn für viele war es eine einmalige Chance auf dieser Bühne aufzutreten und eine TV Dokumentation davon zu haben. Live ist immer schöner, aber auf den letzten FISM Veranstaltungen wäre ohne TV Übertragung nichts gegangen. bei 3000 Teilnehmer brauche ich eine professionelle Übertragung. Ich habe FISM Veranstaltungen erlebt bei der auch die TV Übertragungen sehr schlecht waren.
    TV hat für viele den Weg zur Zauberkunst geöffnet. Und es gibt fantastische Sendungen über Zauberkunst. Mir ist es lieber man hat eine aufwendige Aufnahmetechnik anstatt man schneidet alles im Studio zusammen und produziert getrixte Sendungen wie Chris Angel.

  8. Ich lese immer von ZauberKUNST. Und KÜNSTLERN.
    Zauberei ist eine der vielen Formen der darstellenden Unterhaltungsformen. Richtige KUNST ist höher anzusiedeln. Wir führen Tricks vor. ABER wir bezeichnen uns sehr gerne als Künstler, als ZauberKÜNSTLER. Das tut dem Ego gut.
    Würden wir es realistischer sehen und akzeptieren, dass wir lediglich Unterhalter sind (natürlich gibt es da auch welche auf sehr hohem qualitativen Niveau), dann wäre es auch nicht so schwer, zu akzeptieren, dass Walter Rolfo als Producer und Verantwortlicher rein wirtschaftlich gesehen richtig gehandelt hat. Jeder andere TV-Mensch im Business würde genauso vorgehen. Da kann man dem Walter nichts vorwerfen.
    Ich habe es ja in meinem Blog schon geschrieben: FISM wird kommerziell. Wir Zauberer veranstalten unser Tohuwabohu und Walter Rolfo verkauft es an TV-Stationen. Was ist daran grundsätzlich falsch? OK, vielleicht hätte er wenigstens ein paar FISM-Logos aufhängen können … :-)
    Und ja, Roland, man sollte wahrscheinlich in Zukunft bei FISM-Wettbewerben darauf achten, dass man eine TV-taugliche Darbietung hat. Das ist nun mal die Realität. Auf die kann man sich einstellen, sie mögen oder nicht oder es ganz einfach lassen (wie ich).
    Wettbewerbe werden heutzutage bei FISM durch das Fernsehen aufgenommen und vermarktet. Wer das nicht akzeptieren kann oder will, hat ja die Möglichkeit, erst gar nicht in den Wettbewerb zu gehen.
    Ich stimme dem Hanno zu, dass die Aktion von Juan Mayoral natürlich seine eigene Sache ist, aber man deswegen jetzt nicht einen heiligen aus ihm machen muss. Das ist eine neue Unart des Zaubererpublikums: skandieren und übertriebene Reaktionen.
    Da ich aber gehört habe, dass die Verpflegung gut war, denke ich, dass Rolfos Team es richtig gemacht hat, und uns Zauberern das gegeben hat, was die Cäsaren schon im Altertum ihrem Volk gegeben hatten:

    Panem et circenses.

    Alles gut! Onward …

Kommentare sind deaktiviert.