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Bühnenwettbewerb (Tag 5)

Mikael Szanyiel – Switzerland (Comedy Magic)
Auf der Bühne steht ein Baby-Bett und ein Kind schreit, ein Mann im Schlafanzug kommt auf die Bühne und versucht das Kind zu beruhigen. Das Kind lässt sich aber nicht beruhigen, es pinkelt den Vater an, es schlägt Ihn und rebelliert auf allen Wegen. Der Vater zieht alle Register und zaubert verschiedene Musikinstrumente, spielt diese und versucht sogar mit einem erscheinenden Holzhammer das Kind zum schweigen zu bringen. Aber ohne Erfolg, dass Baby schreit, pupst und lacht. Bis zum Schluss als sich das Baby-Bett in den Armen in ein Baby (Puppe) verwandelt. Da waren ein paar Lacher dabei, aber 10 Minuten Babygeschrei sind nicht meins und keine Comedy, sondern nervig.

Lee Hyoung Woo – Republic of Korea (General Magic)
Der Akteur sieht aus wie ein asiatischer Harry Potter. Im verlauf der Nummer zaubert er Bücher aus einem Regal und dann wieder dort hinein. Es gibt erscheinende Bücher, verschwundene Bücher, eine erscheinende Blumenvase und einen Schmetterling zu sehen. Es fehlt mir ganz klar ein Schlusseffekt und ein Sinn in der Darbietung.

Vittorio Marino – Italy (Comedy Magic)
Die Kunstfigur Victor Le Grand ist mal groß, mal klein und zeigt einige visuelle Vergrößerungs- oder Verkleinerungs-Effekte. Die Optik des wohl fiktiven Charakters erinnern an einen dicken Charlie Chaplin der zaubern kann. Es passieren einige schön anzusehende, aber sinnlose Effekt. Das wachsen und schrumpfen ist der einzige Effekt den ich wirklich aussergewöhnlich finde. Aber da es Comedy ist, muss ich hart sei: Null Lacher = Zeitverschwendung und oder falsche Sparte.

Miguel Munoz – Spain (General Magic)
Er lässt eine und später auch mehrere Kristallkugeln aus einem Wasserstrahl der von der Decke kommt erscheinen. Leider ist seine Technik manchmal nicht 100% sauber. Schade, denn die Manipulationen von bis zu 4 Glaskugeln gepaart mit Contact-Jonglage sind grundsätzlich schön anzuschauen. Beindruckend ist es, wenn er die Kugel zu Wasser zerdrückt. Das ist toll, aber schlussendlich finde ich die Nummer plätschert dahin, wie die Hintergrundmusik. Teilweise stehende Ovationen.

Los Taps – Spain (Comedy Magic)
Der Magier erscheint zu früh aus seinem Portal, nach ihm kommt erst die Rauchwolke und seine Kaugummi kauende Assistentin. Im Verlauf sehen wir Quickchange, klamaukigen Humor und eine Materialschlacht. Die Teile der Darbietung ohne Musik sind schier unerträglich. Es gibt einige schöne Momente, aber das war´s dann auch.

Taijyu Fujiyama – Japan (General Magic)
Diese traditionelle Maskennummer (Masken erscheinen, färben sich, verdoppeln sich…) läuft technisch nicht ganz rund, weil u.a. eine Maske aus dem Ärmel blitzt (die Zuschauer im Saal rufen laut Oh und Ah) und der Quickchange etwas länger dauert. Langatmige Nummer mit anstrengender Trommel- oder Flötenmusik. Ein paar Leute geben stehende Ovationen? Ich hoffe die müssen nur auf´s Klo.

Young-Min Kim – General Magic – Republic of Korea
Er macht Zaubereien aus und mit Sand. So kann er z.B: Sand aus seiner Hand rieseln lassen und den Strahl teilen. Er verwandelt Dinge in Sand. Ein Augenschmaus ist der Ring, denn er zu Sand zerreibt und zwar ganz langsam stück für Stück. Das sieht Irre aus!! Danach kommt leider noch eine Schnee- ähm Sandsturm aus der Hand bei dem man sieht wie der Sand aus dem Ärmel und nicht aus der Hand schießt. Schade! Ruhige und magische Darbietung mit viel Potential.

Håkan Berg – Sweden (Comedy Magic)
Eine launige Ansage aus dem Off in mehreren Sprachen sorgt schon für Gelächter. Auf der Bühne ist massig Bodennebel, daher wissen wir auch nicht auf welchem Gerät der Magier herein gleitet, aber es sieht lustig aus. Er lässt eine Flasche mit Soundeffekt erscheinen und zitiert das mit einem „..in your face“ und der Saal tobt. Als Runing Gag räuspert sich der Magier regelmäßig. Er zeigte sehr schöne und lustige Effekte u.a. mit einer lustigen Variante der Wasserzeitung und er lies einige offensichtlich elektronische Tauben erscheinen und gurrt selbst „ piep piep piep“. Seine Seilnummer mit einem sich immer und immer wiederholenden Effekt bringt den Saal ebenfalls zum toben. Der Mann versteht das Comedy-Handwerk. Hoffentlich bekommt der Mann einen 1. Preis!

Natalie & Eli – Switzerland (General Magic)
Diese bunte Quickchange-Darbietung zeigt wirklich farbenfrohe und aussergewöhnliche Kostüme. Die beiden Akteurinnen haben eine große Spielfreude, aber die Materialschlacht wirkt durch die vielen Federblumen und den Glitzervorhang nicht ganz zeitgemäß. Für den Wettbewerb wird es sicher nicht für einen Preis reichen, aber dieser Act kommt ganz sicher ganz wunderbar bei echtem Publikum an. Auch den Zauberern hat es ganz gut gefallen, wenn man die Schlussreaktion des Publikums ausser acht lässt.

Pause

90 Juan Mayoral – Spain (General Magic)
Er zeigte keine Wettbewerbsdarbietung, sonder hielt eine gut Rede warum er heute nicht zaubert und wurde mit minutenlanger stehender Ovation gefeiert.

s. eigenen Artikel: Juan Mayoral

Reed Sisters – USA (General Magic)
Disqualifiziert wegen Zeitüberschreitung und das ist leider nicht wirklich Schlimm. Manchmal fragt man sich schon wer die Darbietungen auswählt und qualifiziert.

Yang – Republic of Korea (Comedy Magic)
Ohne Worte. Ich spare ihn und mir einen Bericht. Im Vergleich zu Håkan Berg ist das nicht nur schlecht, sondern tragisch. Schade!

Hilbert – Netherlands (General Magic)
Das Zauberduo im klassischen Gewand zaubert zu Musik. Die Band die sich im Verlauf der Darbietung im Hintergrund nach und nach aufbaut hat mehr Aufmerksamkeit als die Magier. Ihre Effekte und Ladungen gehen unter oder sind unsauber. Der Fokus ist überhaupt nicht klar und gelacht habe ich auch nicht wirklich. Schade, aber die mehrköpfige Band war Klasse!

Jakob Mattias – Germany (General Magic)
Der sympathische Strahlemann aus Deutschland hat einen guten Lauf und zeigt seine bekannte Beach-Darbietung. Die Assistentinnen sind nicht nur sehr attraktiv, sondern machen auch einen guten Job. Das Team bekommt stehende Ovationen und ich drücke die Daumen für eine Platzierung.

Choi – Republic of Korea (General Magic)
Mit guter Pantomime und kreativen Effekten in einem Maler-Atelier begeistert Choi. Mit dreckiger Malerschürze und erscheinenden und verschwundenen Malerpinseln zieht er die Zuschauer in seinen Bann. Die erscheinenden dritte und weiße Hand versucht die Kontrolle zu übernehmen. Toll! Endlich mal keine geklonte Manipulations-Darbietung nach Schema-K-0815, sondern eine Nummer mit Fundament und Effekten die auch aus der Stuttgarter Schule hätten kommen können.

Gwenaelle – France (General Magic)
Das Bühnenbild mit Kommode und Stellwand mit der Aufschrift „ Kellar The Latest Wonder – The Golden Butterfly“ lässt uns großer erahnen, aber wir werden leider enttäuscht. Ausstattung ist toll und die Zauberin sieht aus als hätte Disney sie geschaffen. Sie zeigt Manipulationen mit Schmetterlingen, Raupe, Karten und einen Zombie-Effekt. Am Ende klappen ihr Flügel aus und sie ist der Schmetterling, wenn Sie dann geschwebt wäre – WOW. Leider sind die ausklappbaren Flügel die nach Karneval aussehen der schwache Schluss. Schade!

Hun Lee – Republic of Korea (General Magic)
Was für eine Wahnsinnsdarbietung. Bis zur Mitte der Nummer ist eine überdurchschnittlich gute Manipulationsdarbietung mit Spielkarten. Highlight ist die schwebende Kartenschachtel bei der eine Karte heraus schwebt und sich in einen Fächer verwandelt. Doch plötzlich schmeisst er seine Ablage um und alle wachen aus der „Lethargie auf Leiden“. Er macht tapfer weiter und der ganze Saal unterstütz ihn mit Applaus. Und dann passiert das unfassbare: Er spult seine Nummer zurück und zeigt alles im Zeitraffer nochmals vom Unfall an bis Anfang. WOW, der Saal tobt. Augen werden gerieben und die Zuschauer rasten aus. Was für eine Wahnsinnsnummer! Toll!

Shezan – Italy (General Magic)
Tolle Ausstattung und stimmiges Kostüm. Er sieht aus wie Aladin , hat eine Wunderlampe und zaubert sehr sehr visuell Laternen herbei. Fächer erscheinen und noch mehr Laternen erscheinen und der Saal reibt sich die Augen und jubelt. Zwischendurch Schwertbalance und am Ende Blackout mit einem Lichtermeer auf der Bühne. Teilweise stehenden Ovationen. Schöner Abschluss des Wettbewerbs.